Lampionfahrt Strasbourg

Früh am Samstag fuhren wir Richtung Kehl um bei der Lampionfahrt in Strasbourg teilzunehmen. Der Schrecken war groß, als Andreas und ich bei der Einsetzstelle in Plobsheim meine Luna vom Autodach holten,- der hintere Lukendeckel aus Holz hatte sich wohl während der Autofahrt gelockert und ging verloren. Lange dauerte es, bis ich den Ärger überwunden habe und die Fahrt auf dem idyllischen Krummen Rhein einigermaßen geniessen konnte. Zuspruch und Hilfsangebote bekam ich von Jürgen, welcher mir das Holz besorgt und Andreas, der mir zeigt wie mit Holz gebaut wird. Früh am Nachmittag trafen wir beim Jugendclub in Strasbourg ein, so dass genügend Zeit blieb die Boote zu schmücken, Strasbourg zu besichtigen oder einfach nur in der Sonnen zu relaxen und Kontakte zu knüpfen. Bei EInbruch der Dunkelheit ging es in den geschmückten Kajaks LANGSAM durch Strasbourg. Leider quittierte nun auch noch meine Kamera ihren DIenst, so dass ich von der romantischen Fahrt keine Bilder habe. Gegen 22.30 Uhr wurden wir von den Kehler Paddlern mit leckerer Maultaschensuppe empfangen und die Hockete ging bis weit nach Mitternacht. Einen Übernachtungsplatz fanden, trotz der vielen Anmeldungen, dann doch noch alle Paddler,- wir rückten einfach enger zusammen …


Text und Bilder: Lucia

In Ulm und um Ulm und um Ulm herum

 Das Wochenende vom 10.09.-11.09. verbrachten wir auf der Verbandsfahrt der Ulmer Paddler. Am Samstag paddelten wir bei ausgesprochen niedrigem Wasserstand auf der Donau von Donaurieden bis Ulm. Anschließend spielten Markus und Ute noch ausgiebig in der Welle des Illerkanals. Als Gäste des Sommerfestes der Ulmer Paddler lernten wir am Abend, bei interessanten Gesprächen, Kanuten aus anderen Vereinen kennen. Am Sonntag trug uns die Iller, mit einigen netten Schwällen, zügig die 17 km bis zum Bootshaus der Ulmer Paddler. Ein Dankeschön an den Wanderwart der Ulmer Paddler, Klaus Weigl, für die Organisation und die Einladung zum Sommerfest.


Text: Lucia Bilder: Klaus, Lucia

Natur und Kultur auf der Elbe

07.08.2016
Um den Deutschen Teil der Elbe kennenzulernen setzen wir am Sonntag in Schmilka
ein.Auf den folgenden Kilometern paddeln wir durch den wohl schönsten Abschnitt der
Elbe, das Elbsandsteingebirge der sächsischen Schweiz.
Leider müssen wir bei der ersten Gierfähre in Rathen zeitnah einen schrecklichen Unfall
miterleben. Ein Stand up Paddler verheddert sich am Gierseil der Fähre und ertrinkt.
Gierseilfähren dürfen nur passiert werden, wenn diese an ihrem Heimathafen liegen.
Diese Regel führt auch in unserer Gruppe – kurz vor Rathen – zu Diskussionen, welche
verstummen als der leblose Körper des Paddlers geborgen wird.
Den Abend des ersten Paddeltages verbringen wir beim Kanuclub Laubegast in Dresden
auf einer schönen Zeltwiese direkt am Elbufer. Die Übernachtungen sind kostenlos,-
einer Spende sind die Kanuten nicht abgeneigt.


08.08.2016
Am zweiten Paddeltag passieren wir das Blaue Wunder, die 3 Albrechtschlösser und
erreichen dann bei km 55 die imposante und berühmte Altstadt von Dresden mit
Terrassenufer, Hofkirche, Semperoper, der neuen Frauenkirche, die Dresdner
Kunstakademie und vielen weiteren Sehenswürdigkeiten. Die Stadt Meißen an der
Sächsischen Weinstraße ist unser Tagesziel. Bei km 81,5 finden wir beim SG Kanu-
Meißen einen idyllischen Übernachtungsplatz, wenige Gehminuten von der
Albrechtsburg und dem Dom zu Meißen enfernt.

09.08.2016
Am Tag 3 verabschieden wir uns von den letzten Weinbergen an der Elbe. Nach Seusslitz
bei km 95 ist Flachland angesagt. Die typischen Elbauen werden uns jetzt für die
nächsten 250 km begleiten.Wir durchfahren eine gemütliche Landschaft. Da hier wenig
Industrie und keine großen Städte angesiedelt sind, können wir viel Natur beobachten.
Schaf und Rinderzucht prägen das Bild.
Bei km 127,5 nächtigen wir bei einem Ruderverein auf einem Matrazenlager im
Dachstuhl.

10.08.2016
Bei Regen, Wind und Kälte kämpfen wir uns an der historischen Stadt Thorgau vorbei bis
Prettin bei km 169.
Auf einem dem Wind ausgesetzten, erhöhten Platz wird unser Lager aufgebaut.
Noah und ich entscheiden im Bootshaus zu übernachten, die Kameraden frieren in den
Zelten.
Ich glaube nicht mehr daran Magdeburg zu erreichen. Zu stark ist der tägliche
Gegenwind, mit welchem vor allem Manne im Kanadier zu kämpfen hat. Um ihn zu
entlasten paddeln auch Noah und Andreas des öfteren den Yoho.
Die Etappen auf der Elbe werden täglich neu festgelegt.

11.08.2016
Wir erleben erholsame Elblandschaft und wunderschöne Sandbuhnen laden zum Rasten
ein. Da wir jedoch frühzeitig die Lutherstadt Wittenberg bei km 213 erreichen wollen,
gönnen wir uns die erste Pause erst nach 31 km auf der Zeltwiese von dem Kanuverein
“Harmonie” in Elster. Die Lutherstadt Wittenberg beheimatet gleich vier Bauwerke, die
im Jahr 1996 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurden.
An die Türen der Schlosskirche zu Wittenberg schlug , der Überlieferung nach, Martin
Luther seine 95 Thesen an, welche eine neue Epoche einleiteten und die Welt und die
Kirche von Grund auf erneuerten.
Während Andreas, Manfred und Noah die geschichtsträchtige Stadt besichtigen, holen
Reinhard und ich die Autos von der tschechischen Grenze zurück und setzen den VW
Sharan nach Magdeburg vor. Diese Aktion dauert bis fast 4 Uhr morgens und mit kaum
mehr als 3 Stunden Schlaf müssen Reinhard und ich die nächste Etappe meistern.

12.08.2016
Ab Lutherstadt Wittenberg paddeln wir in den ausgedehnten Auengebieten im
Biosphärenreservat Mittelelbe, welches übrigens eines der beiden ältesten UNESCOReservate
in Deutschland darstellt. Ich kann mich kaum sattsehen an dieser Bilderbuch-
Landschaft, welche mich die Müdigkeit vergessen lässt.
Erwähnenswert ist auch die Begegnung mit der “Elbe- Princess”, ein
Flusskreuzfahrtschiff mit Schaufelrad-Antrieb. Dieser Antrieb erzeugt, laut
ortsansässiger Kanuten, legendäre Wellen, was wir aber zu dem Zeitpunkt noch nicht
wissen. Da wir immer gerne auf den Wellen der Schiffe reiten, nehmen wir auch dieses
Mal Kurs auf das Heck.
Rechtzeitig sehe ich die zwei 1,5-2m hohen Wellenkämme auf Andreas zurollen, und
drehe den Appel Eski vorsorglich ab. Ich traue meinen Augen kaum, als ich Andreas im
Holzkajak in dieser Höhe sehe und die zweite Welle kurz dahinter kommt, – eine Bergund
Talfahrt folgt…
Alles geht gut und das leise Fluchen sei ihm gegönnt.
Bei km 261,5 erreichen wir die “Junkers Paddelgemeinschaft e.V.” welche uns mit einer
Bratwurst vom Grill willkommen heißen.
Die Dachkonstruktion des Bootshauses basiert auf einem Hugo Junkers-Patent und steht
unter Denkmalschutz.
Zusammen mit den überaus freundlichen Kanuten dieses Vereines lassen wir den Abend
am Lagerfeuer ausklingen, – und wieder wird es spät ….

13.08.2016
3 Fahrräder werden uns von den Junkers zur Verfügung gestellt und Andreas, Manfred
und ich radeln nach dem Frühstück in die Stadt um die Unesco Welterbestätte “Bauhaus
und Meisterhäuser” zu besichtigen.
Erst um 12:00 Uhr sind wir auf dem Wasser und werden das Ziel Magdeburg nicht vor
Einbruch der Dunkelheit erreichen.
Eine weitere Übernachtung beim Kanuclub in Schönebeck bei km 310 wird notwendig.

14.08.2016
Heute sind wir um 9:00 Uhr auf dem Fluss um die restlichen 17 km bis kurz hinter den
Magdeburger Dom zurückzulegen.
Die Engen von Magdeburg sind bekannt für die hohe Fließgeschwindigkeit der Elbe und
am Domfelsen entstehen schon etwas höhere Wellen als gewöhnlich.
Um 12:00 Uhr erreichen wir unser Ziel, beladen das Auto und besichtigen noch die
Grüne Zitadelle von Hundertwasser – Kontrastprogramm zum Bauhaus – ; danach treten
wir die Heimfahrt an.

…….
Würde ich die Fahrt wieder so planen ? Nein, ich glaube nicht. Mit dem heutigen Wissen
wäre das Tourenende in Dessau. Zwei Tage bei den Junkers zu übernachten und mehr
Zeit in dieser Stadt zu verbringen würde sich lohnen …
Elbe, wir kommen wieder, dann paddeln wir im Biosphärenreservat gegen den Wind
weiter bis nach Hamburg.

Text/Bilder: Lucia